Die Hochzeitsakademie Gerlind Hartwig Wohlbefinden

Viele Fenster und viel Licht sind bei mir wichtig, damit ich mich zuhause wohl fühle

von Gerlind Hartwig

17. Januar 2018

Mitten im Raum steht er. Eins meiner Lieblingsmöbel. Das dunkle Kirschbaumholz frisch geölt, glänzt leicht im Tageslicht. Mit meiner flachen Hand fahre ich über die Tischplatte. Sie fühlt sich glatt und warm an. Ja, hier an diesem großen Tisch ist mein Lieblingsplatz. Doch es ist nicht nur der Tisch, der mich zum Verweilen einlädt.

Gefräßige Fische reißen ihre Mäuler auf

Eine bodentiefe Fensterfront lässt mich auf den kleinen Gartenteich schauen. Den mein Mann liebevoll angelegt hat. Ich sehe wie die Goldfische durchs kühle Nass gleiten. Manchmal scheint es, als spielen sie Fangen. Komme ich oder ein anderes Familienmitglied in ihre Nähe, reißen sie ihre großen Mäuler auf und betteln um Fischfutter. Immer wieder wundere ich mich über ihre Sehfähigkeit und auch ihre Gefräßigkeit. Wie sie von Weitem mögliche Futtergeber erkennen können.

Mein Stimmungsbarometer reagiert verlässlich

Die Mittagssonne strahlt hell und zaubert kleine glitzernde Punkte auf die Wasseroberfläche. Sie findet auch ihren Weg durch die Fensterscheiben. Und durchflutet den gesamten Raum mit hellem Licht. Bewusst habe ich auf flächige Gardinen verzichtet, die mir den Blick nach draußen versperren würden. Gardinen, die dem Sonnenlicht im Wege hängen würden. Ich mag es, wenn das gesamte Haus in ein angenehmes Licht gehüllt wird.

Längst ist erwiesen, dass Tageslicht das Wohlbefinden fördert. Wir produktiver, kreativer und zum anderen auch gelassener mit herausfordernden Situationen umgehen können. Mein Stimmungsbarometer reagiert deutlich auf Tageslichtabstinenz.

Manchmal sind Sonnenstrahlen aber auch gnadenlos

Für mich ist Sonnenlicht ein Lebenselixier. In der Sonne fühle ich mich richtig wohl. Sicherlich bin ich eher ein Tagmensch als ein Nachtmensch. Zugegeben, manchmal ist es lästig, die vielen Fensterscheiben zu putzen. Manchmal machen gerade erst Sonnenstrahlen gnadenlos die Streifen auf den Fenstern sichtbar. Nun, darauf reagiere ich heute gelassen. Denn ich drücke einfach mal ein Auge zu und nehme es so hin, wie es ist. Viel wichtiger ist es mir, dass durch die vielen Fensterscheiben und Terrassentüren Tageslicht mein Zuhause erhellt. Für mein Wohlbefinden sorgt.

Wie wichtig sind Ihnen Fenster und Tageslicht in Ihrem Zuhause? Erhellt Licht nicht nur Ihr Zuhause, sondern auch Ihre Stimmung? Was tun Sie sonst noch dafür?

Ich wünsche Ihnen viele wärmende Sonnenstrahlen.

Mein persönlicher Gänsehaut Moment: Wenn die Braut erscheint!

von Gerlind Hartwig

15. Dezember 2017

Eine gefühlte Ewigkeit

Kribbelige Aufgeregtheit liegt in der Luft. Markus, mein heutiger Bräutigam reibt sich nervös die Hände. Immer wieder verlagert er sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Schaut fast im Sekundentakt auf die Zeiger seiner silbernen Armbanduhr. Dann zu mir, neben sich zu seinem Trauzeugen, zu den Gästen. Es erscheint mir fast wie eine Endlosschleife. Tatsächlich sind gerade mal 4 Minuten vergangen. Seit Jasmin, die Trauzeugin, mir ins Ohr flüsterte, dass Nadine gleich vorfährt. Für Markus eine kleine Ewigkeit. Meine Uhr zeigt 14.01 Uhr an, als ich Nadine mit ihrem Vater sehe. Wow! Ich bin überwältigt. Eine wunderschöne Braut. Eine glückliche Braut.

Ed Sheeran hätte nicht besser singen können

Einen kurzen Augenblick gönne ich noch Vater und Tochter. Einen Augenblick, um noch einmal Luft zu holen und durchzuatmen. Mit einer Handbewegung bitte ich alle Gäste aufzustehen. Sie drehen sich um. Alle sind gespannt. Jeder möchte die Braut sehen. Fast unmerklich nicke ich dem Sänger zu. Er entlockt seiner Gitarre melodische Töne. Die ersten Worte des Liedes ertönen: I found a love for me – (Ich habe meine Liebe gefunden). Mein Gefühl ist, Ed Sheeran hätte „Perfect“ nicht perfekter singen können.

Er flüstert ihr leise ins Ohr

In Markus Augenwinkeln sehe ich kleine Tränchen glitzern. Er ist so nervös und gerührt. Langsam schreitet Nadine am Arm ihres Vaters durch die Gästereihen. Und mit jeder erreichten Reihe drehen sich die Menschen wieder nach vorne. Taschentücher werden genommen, um Tränen weg zu tupfen.
Nadine nimmt ihren Vater in den Arm. Herzlich drückt sie ihm einen leichten Kuss auf die Wange. Er flüstert ihr etwas ins Ohr und sie nickt ihm zu. Dann umarmen sich auch der Brautführer und Markus freundschaftlich. Der Brautvater geht zu seinem Sitzplatz. Und auch Nadine und Markus setzen sich auf ihre Stühle. Wir lauschen noch den letzten Klängen der gefühlvollen Musik und lassen kurz die Stille wirken.

Mein Herzschlag setzt kurz aus

Wie oft habe ich den Einmarsch der Braut schon als Freie Hochzeitsrednerin miterlebt? Schon unzählige Male. Und trotzdem setzt mein Herz immer wieder einen kleinen Augenblick aus, wenn ich die Braut sehe. Wie Sie auf mich zukommt. Mit all ihren Erwartungen und Wünschen und Vorstellungen an mich und an die Zeremonie.

Von einem Schutzverhältnis ins andere?

Manchmal werde ich gefragt: „Wie macht man das heute so, den Einmarsch?“ Bei den meisten meiner Freien Hochzeiten ist es tatsächlich so, dass die Braut von ihrem Vater zur Trauung begleitet wird. Auch wenn wir Frauen modern sind und nicht mehr von einem „Schutzverhältnis“ – dem des Vaterhauses in das neue – dem des Bräutigams übergeben werden. Diese Zeiten sind in Deutschland lange vorbei. Und doch ist ein schöner und alter Brauch.

Der Hochzeitseinzug – welche Arten gibt es?

Jedoch ist er nicht immer möglich oder gewünscht. Zum Beispiel, wenn der Brautvater nicht mehr lebt, oder kein Kontakt besteht. Eine wichtige Bezugsperson übernimmt dann die Rolle des Brautführers. Manchmal ist es der Bruder oder die Schwester, die Oma, der Opa, der Sohn, die Tochter oder auch ein anderer wichtiger Mensch. Manchmal schreitet auch das Brautpaar Hand in Hand gemeinsam durch die Gästereihen zum Trautisch nach vorne zu mir. Für die beiden ein Zeichen: „Wir gehen den Weg gemeinsam.“ Bei einer weiteren Möglichkeit wartet der Bräutigam vorne auf seine Braut, die alleine auf ihn zu schreitet.

Mein persönlicher Gänsehaut Moment

Gibt es ein Richtig oder Falsch? Nein, ich finde, jedes Paar darf für sich selber die Art des Hochzeitseinzuges auswählen. Den Hochzeitseinzug, der zu ihm passt. Ob mit Trauzeugen, Brautjungfern, mit Brautführer, als Paar oder alleine.

Was alle Einzüge gemein haben ist jedoch das. Sobald ich die Braut sehe, setzt mein Herzschlag kurz aus. Mein persönlicher Gänsehaut Moment!

Kennen Sie die drei Säulen der Liebe? Achtung, Vertrauen und Vertrautheit

von Gerlind Hartwig

17. November 2017

Hand auf‘s Herz: Wie steht es um die Säulen Ihrer eigenen Beziehung? Angenommen, der Grad an Achtung, Vertrauen und Vertrautheit sollte in einem Balkendiagramm dargestellt werden, wie sähe es aus? Sicher, kaum ein Paar spielt diese drei Beziehungsinstrumente gleichermaßen virtuos, auch wenn sie maßgeblich zur Stabilität einer Ehe beitragen. Falls auch Sie noch am Üben sind, sind Sie hier genau richtig.

1. ACHTUNG vor dem anderen kann man lernen

Machen Sie sich Gedanken darüber, wer Ihr Partner wirklich ist und wie viel Gutes in Ihm steckt. Indem Sie bewusst erkennen, welche guten Eigenschaften Ihr Gegenüber besitzt, wächst Achtung. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Was macht Ihren Partner als Person aus? Was leistet er? Schreiben Sie sich ruhig die Adjektive zu ihm mal auf. Sie werden staunen, welcher Schatz sich an Ihrer Seite befindet. Sich dies regelmäßig bewusst zu machen, erhält die Achtung vor dem anderen.

Achtung wächst auch, indem man ehrlich das Positive ausdrückt, das man beim anderen wahrnimmt. Komplimente in diesem Sinne zu machen bedeutet nicht: „Du hast ein schönes Kleid an.“ Sie sollten vielmehr das Wesen oder die Eigenschaften der Person betreffen, nicht die Sache. „Du siehst gut aus in diesem Kleid“ hat einen völlig anderen Effekt als das Kompliment zuvor. Natürlich ist es auch wichtig, Komplimente annehmen zu lernen, ohne sie zu schmälern.

Entschärfen Sie potenzielle Bomben, solange Sie verliebt sind

Zur Achtung gehört meiner Meinung nach auch eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe. Diese drückt sich auch in einer fairen Aufgabenteilung aus. Jedes Paar sollte möglichst vor der Hochzeit eine Lösung finden, wer wie viele Alltagspflichten übernimmt. Hauptsache ist, es geht gerecht zu.

Sind beide voll eingespannt in Familie und/oder Vollzeitjob, muss man schauen, dass jeder genügend Auszeiten hat. Für mich gehört zur Achtung auch eine klare Kommunikation. Ich möchte zum Beispiel nicht, dass mein Mann den Boden putzt. Dafür übernimmt er die Gartenarbeit. Wir haben solche Dinge geregelt, damit unser Alltag leichter wird.

Wenn er den Müll nicht runter bringt, sie dafür aber auf die Palme

„Ich bin davon ausgegangen, dass mein Partner von sich aus den Mülleimer leert!“ höre ich Frauen manchmal seufzen. Warum tut er es im Alltagsleben oft nicht? Weil es nicht von Anfang an klar kommuniziert wurde. Der andere kann keine Gedanken lesen, auch wenn etwas noch so naheliegend erscheinen mag. Deshalb ist es wichtig, Grundsätzliches so früh wie möglich zu klären: Eheschließung, Kinderwunsch, Lebensziele etc. Das ist nicht unromantisch. Es ist weise. Weil es tiefe Enttäuschungen nach dem verliebten Höhenflug vorbeugt.

2. VERTRAUEN kann wachsen

Vertrauen entsteht durch Taten. Ich kann erst Vertrauen entwickeln, wenn ich die Taten meines Partners erlebe. Natürlich gebe ich zu Beginn des Verliebtseins einen Vertrauensvorschuss. Doch wenn ich ein paar Monate mit meinem Partner zusammen bin, möchte ich Resultate sehen. Hat sich dieser Vertrauensvorschuss gelohnt und wird er von meinem Partner bestätigt?

Auch durch gemeinsame Erlebnisse wächst Vertrauen weiter. Nicht nur durch die leichten, schönen Erlebnisse, die wir miteinander teilen. Ich meine bewusst auch die Krisen oder Schicksalsschläge, die uns die Möglichkeit geben, den anderen tiefer kennenzulernen, mehr auf ihn einzugehen und Verständnis für ihn zu entwickeln.

Was, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist?

Wenn das Vertrauen schon Risse bekommen hat, braucht es vor allem Zeit. Wahrscheinlich auch einiges an Kraft und Anstrengung, echte Reue und die Entscheidung, zu verzeihen. Die gute Nachricht ist, dass Vertrauen wieder wachsen kann, vor allem durch eine offene und ehrliche Kommunikation. Keinesfalls sollte man dem Partner hinterher spionieren. Dadurch macht man sich nur verrückt und kämpft gegen die Bilder des eigenen Kopfkinos an. Ein solches Verhalten macht beide Seiten unsicher, wodurch sich der Partner meist erst recht zurückzieht. Viel konstruktiver ist es, dass beide den anderen teilhaben lassen an ihren Gedanken, Wünschen und Gefühlen.

3. VERTRAUTHEIT entsteht durch Achtung und Vertrauen

Wenn zwei Menschen es wagen, sich gegenseitig tief kennenzulernen, bringt das Vertrautheit. Voraussetzung dafür ist aber immer Achtung und Vertrauen. Wenn sich eine Liebe auf dieser Ebene befindet, kann man sich ohne Worte verstehen. Dann weiß man teilweise schon, was der andere denkt und fühlt. Vertrautheit bedeutet auch, dass es Dinge gibt, die man nur mit diesem einen Partner erlebt und mit niemandem sonst teilt. In dieser Atmosphäre weiß man sich geschützt und geborgen.

Sich das Ja-Wort zu geben ist eine fabelhafte Grundlage für Vertrautheit. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen beiden gelingt, sich bedingungslos aufeinander einzulassen. Dadurch bleiben Sie einzigartig und wertvoll füreinander.